Wie Gott die Gutsherren erschuf

Als Gott die Gutsherren aus Mehlteig und die Bauern
aus Lehm erschaffen hatte, legte er sie zum Trocknen hin und ging zum Mittagessen. Inzwischen
aber kam ein Hund, ein ganz einfacher Hofköter,
schnüffelte an einem Bauern herum, benäßte
ihn, kratzte noch an ihm herum und ging
dann zu den Gutsherren, die fraß er ganz auf. Er
wollte sich gerade die Schnauze lecken, als der
liebe Gott kam. Wie der sah, was geschehen war,
ergriff er den Hund beim Schwanz und schüttelte
ihn. Da purzelten die Gutsherren aus dem Hund
heraus und liefen fort, immer der Nase nach, und
Gott nannte sie nach dem Ort, an dem sie stehenblieben.
Der Gutsherr, der unter der Birke
stehengeblieben war, wurde Herr Birkemeier genannt;
der unter der Eiche, Herr Eichmann; der
unter der Erle, Herr Erler; der am Berg, Herr
Bergmann. Wer am Sumpf oder am Fluß stehengeblieben
war, hieß nun Herr Sumpfmann oder
Herr Flußmann.
Als Gott alle herausgeschüttelt und ihnen Namen
gegeben hatte, warf er den Hund auf die Erde
und sagte:
„Geh jetzt, du niederträchtiger Kerl, und diene
bis ans Ende der Welt nur den Bauern, weil du einen
besudelt hast, und hungere! Von den Gutsherren nimmt dich keiner, weil du sie einmal gefressen
hast. Sie werden Hunde aus dem Ausland
haben, die bekommen Hühnerfleisch und Bonbons
zu fressen und werden auf Federbetten schlafen.
Du aber wirst zusehen, wie der Bauer Brotrinde
ißt, und hungrig auf dem Misthaufen schlafen.“

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