Wie ein Gutsherr sich mit einem Bauern nicht verständigen konnte

Einmal fuhr ein Gutsherr seines Weges, da kam ihm ein Bauer entgegen. Der Gutsherr sagte: „Zur Seite, Langnase!“
Der Bauer drehte seine Nase mit der Hand zur Seite und sagte: „Fahr vorbei, Gutsherr!“
Gutsherr: „Wo kommst du her?“
Bauer: „Von Vater und Mutter.“
Gutsherr: „Das meine ich nicht, ich meine, wer bei euch am größten ist.“
Bauer: „Die Jungfer Malanja ist in unserem Dorf die größte.“
Gutsherr: „Danach habe ich dich nicht gefragt. Ich meine, vor wem ihr alle Angst habt?“
Bauer: „Auf unserem Hof liegt ein Bär an der Kette. Vor dem haben wir alle Angst.“
Gutsherr: „Danach frage ich nicht. Ich will wissen, auf wen ihr hört.“
Bauer: „In unserem Dorfe kann Sidor schön auf der Schalmei spielen. Wenn er anfängt, hören wir alle zu.“
Gutsherr: „Sag mir, wann bei euch Langer Tag ist.“
Bauer: „Im Frühjahr, wenn wir nichts zu essen haben, ist der Tag lang.“
So trennten sich die beiden. Am nächsten Tage trafen sie sich wieder. Der Bauer fuhr gerade Holz. Da fragte der Gutsherr: „Was fährst du da?“
„Stroh, Herr.“
„Das soll Stroh sein? Das ist doch Holz!“
„Warum fragst du mich denn, wenn du es selbst weißt?“
Gutsherr: „Ach, du bist ja der von gestern!“
Bauer: „Wieso von gestern? Meine Mutter hat gesagt, daß ich schon zwanzig Jahre alt bin.“

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