Wie die Tiere einem Menschen dankten

Es war einmal ein sehr armer Mann, der fuhr zum König, um vielleicht von ihm etwas zu bekommen. Als ihn aber ein Oberst beim Königspalast erblickte, ließ er ihm hundert Peitschenschläge geben und jagte ihn davon. Der Mann besaß ein räudiges Pferd, das spannte er an und fuhr in den Wald, um Holz zu holen. „Vielleicht kann ich etwas sammeln und in die Stadt bringen, dort verkaufen und mir dafür Brot kaufen“, sagte er.
Er hatte aber kein Beil, und so wollte er Reisig sammeln. Aber zu allem Unglück gab es nirgends etwas. Als er nun weiterfuhr, kam er zu einer Grube, und in dieser Grube war ein Affe. Der war sehr hungrig. Er war dort hineingefallen und konnte nicht mehr heraus. Da nahm der Mann die Zügel vom Pferd, hielt sie in die Grube hinein, und als der Affe sie gefaßt hatte, zog er ihn heraus. Der Affe verbeugte sich und lief in den Wald.
Da fuhr der arme Teufel wieder auf den Weg und nach Hause, aber der Affe sprang ihm voran von Baum zu Baum, brach trockene Äste ab und warf sie auf den Weg. So bekam der Mann eine gute Fuhre zusammen. Er brachte sie in die Stadt, verkaufte sie, kaufte Brot und ein Beil dafür, und es blieb noch etwas Geld übrig.
Am anderen Tage fuhr er wieder in den Wald, kam wieder zu der Grube und sah einen Bären darin, der war ganz ausgehungert. Als der Bär den Mann erblickte, begann er zu brüllen. Da fällte der Mann eine kleine Fichte, stellte sie in die Grube, und der Bär kletterte an ihr heraus, brummelte etwas vor sich hin, verbeugte sich und lief davon.
Als der Mann genug Holz gesammelt hatte und frühstücken wollte, brachte ihm der Bär eine Scheibe Honig, legte sie ihm hin und lief davon.
Als der Mann das Holz verkauft hatte und auf den Hof gefahren kam, sah er dort zwölf Fuhrwerke stehen. Vor jedes waren vier Pferde gespannt. Der Bär war auch dort. Dieser hatte Kaufleute in Stücke zerrissen und ihre Pferde und Wagen seinem Retter gebracht. Er erblickte den Mann, verbeugte sich und lief in den Wald.
Als der Mann das nächste Mal zu der Grube gefahren kam, sah er dort einen riesigen Igel liegen. Das war der König der Igel selbst. Der Mann nahm ein Brett, stellte es hinein, und als der Igel auf das Brett gekrochen war, hob er ihn mit dem Brett heraus. Der Igel zischte nur vor sich hin, verbeugte sich und kroch davon.
Als der Mann das Holz auflud, um es nach Hau-se zu bringen, sah er, daß der Igel ihm einen Dia-manten vor die Füße gerollt hatte. Der Mann hob den Diamanten auf und dachte sich: Was soll ich nun damit machen? Am besten ist es wohl, ich bringe ihn zusammen mit den Waren zum König. Also spannte er noch am selben Tage die Pferde an und fuhr los. Er fuhr und fuhr und traf schließlich wieder auf den Oberst. Als dieser die Waren und den Diamanten erblickte, nahm er dem Mann alles weg, ließ ihm zweihundert Peitschenschläge verabreichen und setzte ihn noch dazu ins Ge-fängnis.
Als der König nach einem oder zwei Jahren von allem erfuhr, kam er sofort ins Gefängnis und fragte: „Warum sitzt du hier?“
Da erzählte der Mann dem König alles vom An-fang bis zum Ende. Da ließ der König Eisen glühend machen und den Oberst bei lebendigem Leibe auseinanderreißen. Dem Manne aber bezahlte er alle Waren und den Diamanten.

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