Pan Kotski

Es war einmal ein Mann, der hatte einen alten Kater. Dieser war schon so alt, daß er sich keine Mühe mehr gab, Mäuse zu fangen. Eines Tages nahm der Mann den Kater und trug ihn in den Wald. ,Wozu ihn noch füttern, wenn er mir nichts mehr nützt. Mag er im Wald bleiben’, dachte der Mann. Er verließ den Kater und,ging seiner Wege.
Da begegnete dem Kater eine Füchsin, die fragte ihn:
„Wer bist du denn?“
Der Kater erwiderte:
„Ich bin der Kater Kotski.“
Die Füchsin versetzte:
„Sei mein Mann, ich will dein Weib sein.“
Der Kater willigte ein. Da brachte ihn die Füchsin zu sich nach Hause und verwöhnte ihn über alle Maßen: Erwischte sie irgendwo ein Hühnchen, setzte sie es ihm vor und aß selbst keinen Bissen davon..
Eines Tages begegnete der Füchsin ein Hase, der sprach zu ihr:
„Schönes Füchslein, ich werde heute abend zu dir kommen.“ Die Füchsin erwiderte:
„Kater Kotski lebt jetzt in meinem Hause. Wenn du kommst, zerreißt er dich in Stücke.“
Der Hase überbrachte die Neuigkeit dem Wolf, dem Bären und dem Keiler. Daraufhin versammelten sich alle und beratschlagten lange darüber, wie man es anstellen könnte, den Kater Kotski zu Gesicht zu bekommen. Und es kam ihnen ein glücklicher Gedanke:
„Wir werden ein Festmahl zubereiten.“
Man beriet nun sogleich, wer die einzelnen Zutaten zu besorgen habe.
Sagte der Wolf:
„Ich hole Fleisch, um den Borstsch schmackhafter zu machen.“
Sprach der Keiler:
„Und ich hole Rüben und Kartoffeln.“
Versetzte der Bär:
„Und ich bringe Honig zum Dessert.“
Sprach der Hase:
„Den Kohl beschaffe ich.“
Als alles besorgt war, ging man ans Zubereiten des Mahles.
Nachdem alle Speisen fertig waren, überlegten die Tiere, wer den Kater Kotski zum Festmahl einladen solle.
Sprach der Bär:
„Ich gehe nicht, denn ich kann nicht schnell genug Reißaus nehmen.“
Versetzte der Keiler:
„Ünd ich bin auch nicht flink genug.“
Sprach der Wolf:
„Ich bin alt und sehe schlecht.“
So traf das Los den Hasen.
Der Hase lief also zur Höhle der Füchsin. Als diese aus der Höhle kam, sah sie den Hasen auf den Hinterbeinen stehen und fragte ihn:
„Was ist dein Begehr?“
Er erwiderte:
„Der Wolf, der Keiler, der Bär und ich ersuchen dich höflich, uns die Ehre zu erweisen, mit Kater Kotski an unserem Festmahl teilzunehmen.“
Da sprach die Füchsin:
„Wir werden kommen. Doch versteckt euch gut, sonst zerreißt euch der Kater in Stücke.“
Der Hase eilte sogleich zu den drei anderen Tieren und berichtete aufgeregt:
„Sie kommen-jedoch die Füchsin warnte mich, daß der Kater uns zerreißen wird, falls wir uns nicht gut verstecken.“ Da suchte sich jeder ein sicheres Versteck. Der Bär erkletterte einen Baum, der Wolf hockte sich hinter einen Busch, der Keiler verkroch sich unter Reisig, und der Hase verbarg sich im Gesträuch.
Erfreut sprach der Kater:
„Miau! Miau! Miau!“
Da dachten die Vier in ihrem Versteck:
„Oh, was für ein Vielfraß! ,Mir auch! Mir auch!’ schreit er, es scheint ihm zuwenig zu sein. Der wird uns noch alle auffressen.“
Kater Kotski sprang auf den Tisch und machte sich ans Essen. Er aß und aß, daß die Kiefer knackten. Als er sich satt gegessen hatte, streckte er sich auf dem Tisch aus. Der Keiler aber lag nahe am Tisch im Reisig. Da stach ihn eine Mücke in den Schwanz, und er wedelte heftig mit ihm. Der Kater aber dachte, es sei eine Maus. Mit einem Satz sprang er vom Tisch und packte den Keiler am Schwanz. Dieser jedoch fuhr ent- sezt hoch und floh, was seine Beine hergaben. Kater Kotski erschrak vor dem Keiler so, daß er auf den nächsten Baum sprang, wo sich der Bär versteckt hielt. Als dieser den Kater kommen sah, kletterte er rasch höher hinauf, so hoch, daß ihn die dünnen Zweige nicht mehr trugen und er herunterplumpste, geradewegs auf den Wolf, den er beinahe erdrückte. Erschrok- ken fuhren beide hoch und gaben Fersengeld. Hinter ihnen her sauste der Hase, ohne sich auch nur einmal umzusehen. Endlich trafen sie alle zusammen und sprachen:
„Das ist aber ein Teufelskerl! Es fehlte nicht viel, und er hätte auch uns noch aufgefressen!“

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