Ein Lügenmärchen

Ich stand am Morgen auf, zog die Barfüße an, schnallte das Bein unter die Sohlen, steckte die Schneeschuhe in den Gürtel, band den Stock um den Leib und stützte mich auf den Gürtel. Ich ging keinen Weg und keine Straße; am Bast schnitt ich den Berg; da sah ich auf der Ente einen See, warf das Beil danach – und hatte zu kurz geworfen, warf das zweite – und hatte zu weit geworfen, warf das dritte – und hatte getroffen, nur daneben; die Ente schlug Wellen, und der See flog davon. Ich ging aufs freie Feld und sah: unter einer Eiche melkt eine Kuh die Bäuerin. Ich sage: „Tantchen, Mütterchen! Gib mir anderthalb Krug süße Milch!” Sie schickte mich nach dem Dorf Unbekannt ins Haus Nirgendwo. Ich ging los und kam hin: da knetet der Backtrog die Bäuerin. Ich sage: „Tantchen, Mütterchen! Gib mir etwas Teig!” Sie holte den Trog aus dem Quirl und schlug ihn mir um die Ohren. Ich auf und davon! Kam auf die Straße hinaus: da hundet ein Bell mich an: womit sollte ich mich wehren? Da sah ich: auf dem Schlitten steht eine Straße, ich zog den Schlitten aus der Deichsel, schlug ihn dem Bell um die Ohren, ging nach Hause und legte mich vor Kummer schlafen.

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