Der Soldat und der Teufel

Ein Soldat stand auf Wache, und er wollte gern einmal für eine Weile in der Heimat sein.
„Und wenn mich“, sagt er, „der Teufel dorthin trüge!“
Der war sogleich zur Stelle.
„Du hast mich gerufen?“ sagt er.
„Ja.“
„Erlaube“, sagt er, „gib dafür deine Seele!“
„Aber wie kann ich denn den Dienst verlassen, von Wache weglaufen?“
„Ich werde für dich Wache stehen.“
Sie beschlossen, daß der Soldat ein Jahr in der Heimat bleibt und der Teufel die ganze Zeit den Dienst macht.
„Nun, runter das Zeug!“
Der Soldat warf alles ab, und ehe er sich’s ver-sah, war er zu Hause.
Der Teufel aber steht auf Wache. Kommt der General und sieht, daß alles an ihm nach Vor-schrift ist, aber eines nicht: Die Riemen auf der Brust sind nicht über Kreuz, sondern alle auf einer Schulter.
„Was ist das?“
Der Teufel zieht hier und zupft dort, er kann sie nicht anlegen. Einer gibt ihm einen Nasenstüber, und dann setzt’s Prügel. Und sie prügelten den Teufel jeden Tag. Sonst – in allem ein guter Sol-dat, aber die Riemen immer auf einer Schulter.
„Was ist mit diesem Soldaten passiert?“ sagen die Vorgesetzten. „Zu nichts mehr zu gebrauchen, und früher war alles in Ordnung.“
Sie prügelten den Teufel das ganze Jahr. Das Jahr war herum, der Soldat kommt den Teufel ab-lösen. Der hat sogar die Seele vergessen: kaum hatte er ihn gesehen, warf er alles von sich.
„Bleib mir vom Leibe“, sagt er, „mit eurem Sol-datendienst! Wie haltet ihr das bloß aus?“
Und rannte davon.

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