Der schlaue Diakon

Ein Pope und ein Diakon hatten einmal eine Kuh gestohlen. Alles hatten sie geteilt, nur über die Haut konnten sie sich nicht einig werden. Sie nahmen sie zwischen die Zähne und zerrten daran. Der Pope hielt nicht stand, ließ die Haut fahren, und – klatsch – knallte der Diakon mit dem Kopf gegen die Wand und hatte die Haut.
Bald sprach es sich herum, daß jemand eine Kuh gestohlen habe.
Der Diakon kam zum Popen und sagte: „Ich werde wohl nicht standhalten und die Tat gestehen.“
„Du bist wohl verrückt geworden, was?“
„Wenn mich doch aber das Gewissen plagt!“
„Hier hast du Geld soviel du willst, aber erzähle nur niemandem etwas!“
Am anderen Tage kam der Diakon wieder und sagte: „Ach du mein Gott, ich halte es nicht mehr aus!“
Da gab ihm der Pope noch mehr Geld, damit er nur nichts sagte.
Am Abend hatte der Pope Gäste, und das Gespräch kam auf die Kuh.
Da sagte der Diakon: „Die Kuh wurde von mir zusammen mit dem Popen gestohlen!“
Der Pope wurde rot, schob ihm unbemerkt all sein Geld zu, und der Diakon sprach weiter: „Wir haben, scheint mir, auch alles geteilt, nur über die Haut konnten wir uns nicht einigen. Da habe ich ein Ende zwischen die Zähne genommen, er das andere, und wir haben gezogen. Der Pope hat losgelassen, und ich bin – klatsch – mit dem Kopf gegen die Wand geknallt und… aufgewacht. Alles war nur ein Traum.“
Auf diese Weise hatte der Diakon seine Sünde gestanden und obendrein dem Popen all sein Geld abgenommen. So listig war dieser schlaue Fuchs!

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