Der Schafbock und der Wolf

In irgendeinem Zarenreiche, in irgendeinem Staate, und zwar gerade in dem Land, in dem wir wohnen, bei der Stadt Paris, hier ganz in der Nähe, weidete einmal ein Schäfer seine Schafe auf dem Felde. Da blieb ein Schafbock zurück, und ein Wolf stürzte sich auf ihn, um ihn zu fressen. Als der Schafbock sah, daß er dem Tod nicht mehr entrinnen konnte, bat er den Wolf: „Nein, zerreiß mich nicht, grauer Wolf! Dann gebe ich dir für immer dein täglich Brot. Wir haben schon sieben Jahre lang keinen Verwalter mehr. Du kannst seine Stelle einnehmen.“
Der Wolf war damit einverstanden und sagte: „Dann komm, Bruder, und zeig mir diese Stelle!“
„Komm mit!“ sagte der Schafbock.
Er führte ihn zu einer Tenne, in der mit sechs Dreschflegeln gedroschen wurde. Der Schafbock lief hinein, und der Wolf folgte ihm. Als die Bauern sahen, daß ein Wolf dem Schafbock durch die Tenne nachlief, warteten sie, bis der Schafbock wieder draußen war, schlossen dann das Tor und jagten den Wolf mit den Dreschflegeln durch die Tenne. Der Wolf rannte hin und her und konnte nur mit Mühe lebend entkommen. Nachdem er ungefähr fünfundzwanzig Kilometer weit gelaufen war, blieb er sitzen, ließ den Kopf hängen und
dachte: In den sieben Jahren, in denen kein Verwalter da war, sind die Leute ganz schön außer Rand und Band geraten. Dann sagte er: „Der Teufel soll euch holen, bei euch werde ich nicht Verwalter!“

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