Der katholische Fuchs

Ein Fuchs fand einmal ein gebratenes Stück Rindfleisch in einer Falle, rührte aber das Fleisch nicht an, sondern ging weiter. Da traf er einen Bären.
„Ach, lieber Gevatter, hast du heute schon gefrühstückt?“ fragte der Fuchs.
„Nein, Gevatter“, sagte der Bär, „ich hatte noch keine Gelegenheit.“
„Komm, ich bringe dich zu einem Ort, wo du ein herrliches Frühstück bekommst. Ich hätte es gern selbst gegessen, aber heute ist Freitag, und ich darf kein Fleisch essen. Ich bin nämlich katho-lisch.“
„Hab Dank, Gevatter, laß uns gehen!“ sagte der Bär.
So führte der Fuchs den Bären zur Falle. Der Bär schob die Schnauze an das Fleisch heran, die Falle schlug zu, und er streckte den Kopf in die Höhe.
Da nahm der Fuchs das Fleisch und fraß es auf. Der Bär aber sagte: „Ach, lieber Gevatter, heute ist doch Freitag!“
„Ach, lieber Gevatter, sollen die fasten, die immer nach oben schauen!“

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