Der gutmütige Pope

Es lebte einmal ein Pope; der dingte einen Knecht und nahm ihn mit in sein Haus. „Nun, Knecht, diene mir fleißig, du sollst es gut bei mir haben!” Der Knecht war eine Woche da, da begann die Heumahd. „Nun, Sohn”, sagt der Pope, „wenn Gott es schickt, werden wir die Nacht gut überstehen, den Morgen abwarten und in der Frühe ins Heu fahren.” – „Ist gut, Väterchen!”
Sie warteten den Morgen ab und standen zeitig auf. Der Pope sagt zu seiner Popin: „Gib uns zu frühstücken, Mütterchen: wir wollen aufs Feld fahren und Heu machen!” Die Popin deckte den Tisch, sie setzten sich zu zweit hin und frühstückten, wie es sich gehört. Der Pope sagt zum Knecht: „Komm, Sohn, wir wollen gleich zu Mittag essen, dann können wir ohne Pause bis zum Vesper durcharbeiten!” – „Wie Ihr meint, Väterchen, wir können auch zu Mittag essen.” – „Trag zum Mittagessen auf, Mütterchen!” befahl der Pope seiner Frau. Die trug ihnen das Mittagessen auf. Sie aßen einen Löffel, einen zweiten – und sind satt. Der Pope sagt zu seinem Knecht: „Komm, Sohn, wir wollen in einem Zuge auch gleich vespern, dann können wir bis zum Abendessen durcharbeiten!” – „Wie Ihr meint, Väterchen, soll gevespert werden, können wir auch vespern.” Die Popin trug das Vesperbrot auf den Tisch. Sie schlürften wieder jeder einen Löffel, einen zweiten – und sind satt. „Nun kommt’s auf eins heraus”, sagt der Pope zum Knecht, „wir wollen nun in einem auch gleich unser Abendbrot essen, dann können wir auf dem Felde übernachten und sind morgen früher an der Arbeit!” – „Immer zu, Väterchen!”
Die Popin trug ihnen das Abendessen auf. Sie löffelten ein-, zweimal und standen vom Tisch auf. Der Knecht ergriff seine Jacke und will hinaus. „Wohin, mein Sohn?” fragt der Pope. „Was heißt hier wohin? Ihr wißt doch selber, Väterchen, daß man sich nach dem Abendbrot schlafen legen soll!” Ging in die Scheune und schlief bis zum Morgen. Seit jener Zeit gab der Pope seinen Knechten nicht mehr Frühstück, Mittagessen, Vesper und Abendbrot zugleich.

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