Das bucklige Pferdchen

Es lebte einmal ein Mann mit seinen Söhnen am Ende der Welt. Es waren drei Söhne: Anton, der älteste, Andron, der zweite, und Iwan, der dritte, der war gerade noch zum Pflügen zu gebrauchen. Er schlief viel, aß viel und kannte keine Sorgen. Der Vater hatte eine Deßjatine Weizen gesät. Der Weizen war gut geraten. Aber irgend jemand trat ihn immer wieder nieder. Aß auch ein wenig da-von, vor allem aber trat er ihn nieder. Der Vater teilte die Söhne zum Wachdienst ein, in der Nacht den Weizen zu bewachen. Die erste Nacht zog An-ton auf Wache, der älteste der Brüder. Wie er früh am Morgen heimkommt, fragt der Vater:
„Wer war im Weizen?“
Der Sohn antwortete:
„Habe niemanden gesehen!“
Es hatte aber dieser Wachtposten auf dem Feldrain geschlafen und deswegen nichts gesehen. In der zweiten Nacht ging Andron, der mittlere Sohn. Andron bezog die Wache bei der jungen Nachba-rin, den Weizen aber ließ er Weizen sein. Wie An-dron früh am Morgen heimkommt, fragt der Vater:
„Wie war’s im Weizen?“
Der Sohn antwortete:
„Habe niemanden gesehen, Vater!“
Dabei hatte er bei der jungen Nachbarin gewacht. Die dritte Nacht kommt heran, da schickt der Vater seinen jüngsten Sohn Iwan. Iwan sträubt sich und will nicht gehen. Der Vater verspricht ihm:
„Ich kaufe dir auch rote Stiefel, geh, mein Sohn!“
Iwan machte sich auf den Weg. Nahm eine Fangleine und einen Kanten Brot mit, dazu eine Axt (eine Waffe nahm er also immerhin mit). So zog er auf Wache, legte sich auf den Feldrain, den Bauch dem Himmel zugekehrt, ißt sein Brot und zählt die Sterne. Zählte und zählte und konnte sie nicht zählen. Auf einmal sah er, wie eine wunderschöne Stute pfeilgeschwind in den Weizen stürmte, herrlich wie die Zarin selbst. Die Mähne war ganz von Gold und der Schwanz von Silber. Iwan nimmt seine Fangleine, schlich sich heran und packte die wunderschöne Stute am Schwanz. Sie schlug nach allen Seiten aus, kann sich aber nicht losreißen. Iwan stieg auf und setzte sich auf ihren Rücken, mit dem Hinterteil nach vorn. Die Stute flehte:
„Laß mich laufen, Iwan!“
Iwan sagt:
„Nein, ich laß dich nicht laufen, sondern werde auf dir nach Hause reiten; du hast unseren ganzen Weizen niedergetreten.“
Die Stute sagt wieder:
„Laß mich laufen, Iwan, ich will dir drei Pferde geben: zwei mit goldener Mähne, das dritte aber mit langen Ohren, langen Beinen und zwei Hökkern. Die zwei Pferde mit der Goldmähne magst du immerhin verkaufen, Iwan, das bucklige Pferd-chen jedoch darfst du um keinen Preis hergeben, sondern mußt es behalten. Du wirst es brauchen.“
Iwan sagt zu der Stute:
„Und wann willst du sie schicken?“
Die Stute erwiderte:
„Morgen früh werden sie auf eurem Hofe ste-hen.“
Da ließ Iwan sie laufen. Die Stute lief davon, und Iwan machte sich auf den Heimweg. Kommt nach Hause und klopft an die Tür.
„Mach auf, Vater“, ruft er und poltert gegen die Tür, daß sie bald aus den Angeln fällt.
Der Vater machte ihm auf und fragte:
„Wen hast du dort gesehen, Iwan?“
„Den Teufel, Vater. Er war’s, der unseren Wei-zen niedergetreten hat.“
Damit kletterte er auf den Ofen, um zu schlafen. Seine Brüder aber lachen und verspotten den Dummkopf:
„Was verstehst du schon davon!“
Am Morgen standen Anton und Andren auf und gingen zum Nachbarn, wo ein Fest gefeiert wurde. Iwan wachte auf und trat auf den Hof, sich seine Pferde anzusehen. Wahrhaftig, da stehen drei Pferde. Er betrachtete sie, dann ging er und legte sich wieder auf den Ofen schlafen. Die Brüder kommen vom Fest. Sie betreten den Hof und se-hen die Pferde mit der goldenen Mähne. Sie blinzelten einander zu, saßen auf und ritten in die Hauptstadt, die Pferde zu verkaufen, Iwan dem Dummkopf aber ließen sie das bucklige Pferdchen zurück. Iwan wurde wieder munter, denn er war unruhig geworden, und er ging nach seinen Pfer-den zu sehen. Da steht nur noch eines im Hof, die zwei anderen sind fort. Iwan wurde böse.
„Welcher Satan hat meine Pferde genommen?“ schimpft er.
Da begann das bucklige Pferdchen zu sprechen:
„Schimpf nicht, Iwan; deine Brüder haben die Pferde genommen und sind in die Hauptstadt ge-ritten, sie zu verkaufen. Setz dich auf meinen Rücken, wir holen sie im Augenblick ein.“
Iwan aber kann nicht aufsitzen, wie er es auch anstellt: die beiden Höcker hindern ihn. Da legte sich das Pferd auf den Boden, er setzte sich auf seinen Rücken, und das Pferd stand wieder auf.
„Halt dich an meinen Ohren fest, den langen, und laß nicht los, Iwan, sonst fällst du herunter!“ Iwan hielt sich fest, und das Pferd flog davon. In einem Augenblick hatten sie die Brüder eingeholt. Iwan der Dummkopf begann, seine Brüder auszu-schelten, die aber beschwatzen ihn:
„Iwan, laß das Schelten sein. Wir wollen die Pferde verkaufen, dann werden wir dir schöne Stiefel und Pfefferkuchen kaufen.“
Iwan war’s einverstanden.
Als es Nacht wurde, erblickten die Brüder in der Ferne ein Licht.
„Iwan, was leuchtet dort? Reit hin und erkunde, ob wir nicht über Nacht bleiben können, denn es ist schon dunkel! Reit hin, wir warten auf dich!“ (Sie wollen ihn überlisten.)
Iwan flog pfeilgeschwind davon. Wie er an die Stelle kommt, sieht er, daß es der Feuervogel ist. Er klettert vom buckligen Pferdchen, nimmt eine Feder und steckt sie in die Tasche. Da sprach das Pferd:
„Wozu nimmst du die Feder, Iwan? Wirf sie fort! Sie wird dir viel Kummer bringen!“
Iwan hört nicht darauf, schweigt und steigt wieder auf sein Pferd. Die Brüder wollen ihm da-vonreiten, doch daraus wurde nichts, Iwan holte sie wieder ein. Die Brüder fragen:
„Was war dort?“
Iwan erwiderte:
„Ein verfaulter Baumstumpf hat geleuchtet.“
Frühmorgens langen die drei Brüder in der Hauptstadt an und stellen sich auf den Markt. Zu dieser Stunde fuhr gerade der Zar über den Markt. Der Zar sah die Pferde, kehrte in sein Schloß zurück und befahl, die Pferde mit der goldenen Mähne zu kaufen.
„Gebt, was sie verlangen!“
Iwan forderte für die Pferde einen Preis, daß man ihn gar nicht auszusprechen wagt. Da bedrohten ihn die Höflinge. Iwan machte nun keine Umstände mehr und überließ ihnen die Pferde. Ein Höfling behielt Iwan mit seinem buckligen Pferdchen am Hofe.
„Du kannst im Pferdestall wohnen, als Wächter und Pferdeknecht.“
Alles Geld aber hatten die Höflinge den Brüdern gegeben.
Iwan nahm Abschied von ihnen und lebte von nun an beim Zaren, im Pferdestall. Er schläft zusammen mit seinem Pferd, putzt und füttert es – das ist seine ganze Arbeit. Eines schönen Tages bekam Iwan mit einem Pferdeknecht Streit, und wie sie sich prügelten, fiel die Feder aus Iwans Tasche. Der Pferdeknecht hob sie auf und brachte sie dem Zaren. Der Zar sagt zu dem Pferdeknecht:
„Woher hast du das?“
„Es ist Iwan dem Dummkopf aus der Tasche gefallen, und ich hab’s aufgehoben.“
Der Zar sagt:
„Ich merke, mit Iwan hat es eine besondere Bewandtnis.“
Darauf ließ der Zar Iwan zu sich kommen.
„Iwan, woher hast du die Feder?“
„Auf dem Felde hab ich sie gefunden, Zar, ganz einfach.“
„Nun, Iwan, bringe mir den Feuervogel, ich will dich belohnen. Bringst du ihn aber nicht, dann soll es dir schlecht ergehen.“
Iwan ging zu seinem Pferd. Das Pferd spricht zu ihm:
„Siehst du, Iwan, ich habe dir gesagt, du sollst die Feder nicht aufheben. Aber du hast nicht auf mich gehört. Den Feuervogel zu holen ist nicht schwer“, sagt das Pferd, „das Schwere kommt erst noch. Den Feuervogel holen wir an einem Tage. Geh, Iwan, und bitte um einen Eimer Honig, zwei Futtertröge und Handschuhe aus Saffianleder!“
Iwan trug alles, was nötig war, zusammen, setzte sich auf sein Pferd und jagte davon. Das Pferd kennt den Weg. Es brachte ihn auf eine Waldlichtung.
„Steig ab, Iwan!“ Das Pferd unterweist ihn: „Stell den einen Futtertrog hin und gieß Honig aus dem Eimer hinein, unter den anderen Trog aber kriech selbst, damit dich die Vögel nicht sehen!“
„Wenn jetzt die Vögel geflogen kommen, Iwan“, sagt das Pferd, „brauchst du keine Angst zu haben. Sie strahlen helles Feuer aus. Versuche nicht, alle zu fangen, denn wenn du alle fangen willst, wirst du keinen einzigen bekommen. Hast du einen gefangen, dann ruf mich aufs schnellste. Ich werde im Augenblick hier sein.“
Iwan legte sich unter dem Trog zurecht, über seine Hände aber zog er die Handschuhe, um den Feuervogel zu fangen. Jetzt kamen die Vögel ge-flogen, Honig zu trinken. Iwan packte rasch zu und hatte den Feuervogel gefangen. Er war ihm gleichsam an den Händen angewachsen. Iwan ruft:
„Schnell, Pferd, ich habe den Feuervogel gefangen!“
Das Pferd war schon da. Iwan steckte den Feuervogel in einen Sack, war am nächsten Tag bereits wieder beim Zaren und hatte den Feuervogel mit.
Der Zar sagt:
„Wir müssen ihn in eine Hütte sperren und die Fensterläden verschließen, sonst zündet er die ganze Stadt an, und die Leute werden sich entsetzen.“
Das wurde auch getan.
Der Zar weidete sich am Anblick des Feuervo-gels, aber er war noch nicht zufrieden. Er läßt Iwan wieder zu sich kommen:
„Höre, Iwan, bring mir des Mondes Tochter!“ (Er war nämlich Witwer, der Zar.) „Ich will dich reich dafür belohnen; bringst du sie aber nicht, lasse ich dich bestrafen!“
Iwan ging zu seinem Pferd, er weint.
Das Pferd sagt:
„Warum weinst du, Iwan?“
„Der Zar hat mir befohlen, ihm des Mondes Tochter zu bringen.“
„Das ist nicht schwer, Iwan. Das Schwere kommt erst noch. Ich habe dir doch gesagt, du sollst den Feuervogel nicht nehmen. Viel Schweres wirst du erdulden müssen. Geh jetzt zum Zaren, Iwan, und bitte ihn um ein blaues Zelt, um ein Tischchen und um köstliche Speisen und Weine von jenseits des Meeres.“
Alles, was das Pferd befohlen hatte, holte Iwan vom Zaren, setzte sich aufs bucklige Pferdchen und hielt sich an den Ohren fest. Das Pferd flog davon wie ein Pfeil. Sie kommen ans blaue Meer, und Iwan schlug nicht weit vom Meer das Zelt auf, stellte das Tischchen ins Zelt und köstliche Weine und Speisen von jenseits des Meeres darauf.
Das Pferd sagt zu Iwan:
„Bald wird ein Schiff kommen. Auf diesem Schiff fährt des Mondes Tochter und singt herrliche Lieder. Sie wird in dieses Zelt treten, sich zu erfrischen. Sie wird nämlich glauben, ihr Vater, der Mond, habe das Zelt für sie bereitet.“
Das Pferd sagt zu Iwan:
„Geh jetzt ins Zelt. Im Zelt ist ein Alkoven. Ver-birg dich dort, damit des Mondes Tochter dich nicht sieht. Sie wird sich an den Tisch setzen, die Weine und Speisen von jenseits des Meeres kosten und ihre herrlichen Lieder singen. Du aber, Iwan, tritt von hinten herzu und pack sie an den Zöpfen. Laß aber nicht los, sondern ruf mich aufs schnellste!“
Das Pferd lief davon, auf eine Waldwiese, Iwan aber kroch in den Alkoven und feuchtete sich schnell die Hände an. Des Mondes Tochter kam, setzte sich an den Tisch und hatte noch keine Lieder singen noch auch von den Weinen oder Speisen kosten können, da packte Iwan sie an den Zöpfen und rief:
„Buckliges Pferdchen, schnell, ich habe die Za-rentochter gefangen!“
Die Zarentochter bittet ihn:
„Iwan, laß mich frei!“
Doch Iwan hört nicht auf sie, sondern ruft nach seinem Pferd. Das Pferd kam, Iwan saß auf und ritt mit der Zarentochter heim. Nach zwei Tagen schon brachte er dem Zaren des Mondes Tochter. Der Zar gab ihm ein großes, wertvolles Geschenk, und Iwan trollte sich in den Stall zu seinem Pferd. Er versorgte das bucklige Pferdchen und legte sich neben ihm nieder. Der Zar verlangt, die Tochter des Mondes solle sein Weib werden, aber sie sagte nein. Sie setzt sich an den Tisch, schreibt einen Brief an ihren Vater, den Mond, und bittet den Zaren, den Brief zu ihrem Vater zu senden und von ihm Antwort bringen zu lassen. Dazu sagt sie noch:
„Beschaff mir das blaue Kästchen vom Grunde des blauen Meeres; mein Ring liegt darin!“
Sie hatte es nämlich dort verloren. Der Zar läßt sogleich Iwan rufen:
„Hier, Iwan, nimm diesen Brief, trag ihn zum Zaren Mond und bring Antwort von ihm. Hol mir dann aus dem Meer das blaue Kästchen mit dem Ring. Bringst du mir das Kästchen, dann will ich dich belohnen, wenn nicht, lasse ich dich bestrafen!“
Die Zarentochter aber will den Zaren ohne die-se Dinge nicht heiraten. Iwan setzte sich auf sein Pferd und ritt los. Das Pferd sagt:
„Iwan, das ist nicht schwer; das Schwere kommt erst noch.“
Das Pferd sagt zu Iwan:
„Wir müssen Hecht und Vogel sein.“
Das Pferd jagte dahin. Sie kommen ans blaue Meer, da liegt ein Walfisch quer über dem Meer.
Iwan muß über den Walfisch ans andere Ufer reiten. Auf dem Walfisch fahren viele Wagen. Die Pferde haben ihm mit ihren Hufen alle Knochen zerschunden. Iwan schreitet über den Walfisch. Als er am anderen Ufer war, begann der Fisch zu sprechen:
„Reitest du weit, Iwan?“
Iwan antwortet dem Walfisch:
„Zum Zaren Mond!“
Der Walfisch sagt:
„Weswegen?“
„Ich bringe einen Brief und will vom Zaren Mond Antwort holen.“
„Iwan, frage dort auch meinetwegen. Schon drei Jahre liege ich hier. Wie lange soll ich noch liegen?“
Iwan sagt:
„Gut, ich will fragen.“
Das Pferd trägt Iwan weiter und hebt sich in die Lüfte. Iwan bekam Angst. Das Pferd sagt:
„Hab keine Furcht, Iwan, halt dich an meinen Ohren fest! Es wird dir nichts geschehen.“
Das Pferd steigt immer höher, dem Himmel entgegen. Schließlich trägt es Iwan in die Wolken hinein. Am Ziel angekommen, geht Iwan in die Badestube. Da liegt der Mond auf einem Tisch, und auch eine Flasche Wasser steht auf dem Tisch. Der Mond tränkt sich selbst mit Wasser. Iwan gibt dem Zaren Mond den Brief und wartet auf Antwort. Zar Mond las den Brief und übergab Iwan die Antwort. Da fragt Iwan den Zaren Mond wegen des Walfisches:
„Drei Jahre“, sagt er, „liegt der Walfisch schon dort. Wie lange muß er noch liegen?“
Der Zar sagte:
„Er soll meiner Tochter Schiff ausspeien und sich auf den Meeresgrund sinken lassen.“
Er hatte nämlich drei Schiffe verschluckt, und deswegen hatte ihn der Zar Mond auch als Brücke übers Meer gelegt. Iwan nahm Abschied vom Mond und machte sich auf den Heimweg. Das Pferd ließ sich zur Erde herab. Das Pferd sagt zu Iwan:
„Iwan, reite über den Walfisch hinweg. Sobald du drüben bist, kannst du ihm die ganze Wahrheit sagen. Verlange danach vom Walfisch das Kästchen; er soll es vom Grunde des blauen Meeres emporholen. Dann werden wir ihm aus seiner Not helfen.“
Iwan antwortete dem Pferd:
„Es ist gut, buckliges Pferdchen!“
Iwan ritt über den Walfisch, dann führt er sein Pferd zum Verschnaufen auf eine Wiese. Der Walfisch fragt:
„Iwan, hast du dort an mich gedacht?“
Iwan sagt:
„Ich habe an dich gedacht und will dir die ganze Wahrheit sagen.“
Der Walfisch sagt:
„Iwan, sag sie nur gleich!“
Iwan sagt zum Walfisch:
„Hol mir das blaue Kästchen vom Grunde des Meeres. Dann werde ich dir alles sagen!“
Der Walfisch sagt zu Iwan:
„Ich will’s holen, nur hilf mir aus meiner Not!“
„Walfisch, spuck dreimal hintereinander aus, spei des Mondes Schiffe aus und laß dich auf den Meeresgrund sinken!“
Der Walfisch rülpste dreimal hintereinander, spie die Schiffe aus und ließ sich auf den Meeres-grund sinken.
Das Meer hatte keinen Herren. Die Fische lebten dort, wie es ihnen behagte. Als der Walfisch auf dem Meeresgrund anlangte, erschraken all die kleinen Fische. Der Walfisch befahl den Hechten, um jeden Preis das Kästchen ausfindig zu machen. (Die Hechte sind dort flink.) Die Hechte fanden das Kästchen sogleich, konnten es aber nicht forttragen. Da schickte der Walfisch die Robben, die brachten das Kästchen auf der Stelle. Er gab das Kästchen Iwan, der bedankte sich und machte sich auf den Heimweg; der Walfisch aber ließ sich auf den Meeresgrund sinken.
Iwan kommt nach Hause, geht zuerst zum Zaren und dann schnell in den Pferdestall. Dort legt er sich schlafen. Der Zar will nun die Tochter des Mondes heiraten, aber die sagt wieder nein.
„Fülle drei Kessel, Zar“, sagt sie, „mache Feuer und bringe sie zum Glühen. Zwei mit Wasser und den dritten mit Milch. Dann spring in diese Kessel hinein, zuerst in die mit Wasser, dann in den mit Milch, und aus dem wirst du als schöner, junger Held herausspringen. Dann will ich deine Frau werden.“
Der Zar ließ alles zurichten. Darauf schickte er nach Iwan, daß er vor ihm hineinspränge. Iwan kam zum Zaren, das Pferd aber hatte ihn schon gewarnt:
„Spring nicht, solange ich nicht dabei bin, sondern warte auf mich“, hatte es gesagt. „Ich werde die Kessel heimlich abkühlen, dann kannst du hineinspringen.“
Iwan trat also vor den Zaren. Der Zar hieß ihn, in die Kessel zu springen. Da verlangte Iwan nach seinem Pferd.
„Bringt mir mein buckliges Pferdchen. Ich will Abschied von ihm nehmen, danach werde ich springen.“
Das Pferd wurde herbeigeführt. Iwan sah es an, und dann sprang er. Zuerst in diesen Kessel, dann in jenen. Das Pferd hatte sie schon heimlich abgekühlt.
Aus dem letzten Kessel sprang Iwan als ein strahlender Held heraus. Er wandte sich dem Zaren zu und sagt:
„Na, los, Väterchen Zar, spring!“
Der dumme Zar ließ sich in den Kessel plumpsen und blieb für immer darin. Iwan aber feierte mit der Zarentochter Hochzeit.
Der Amtmann und der Büttel,
Dazu der Zeugen zwei,
Haben wir auf der Hochzeit getanzt,
Weiter war niemand dabei.

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